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Bad Cannstatt
Stamm Dietrich von Bern

Pfadfinder

Unser Gruppenleben

Eine Gruppe, die von Pfadis häufig auch „Sippe“ genannt wird, trifft sich wöchentlich, um zusammen zu spielen, zu basteln, Aktionen zu planen und durchzuführen. Mit Eintritt in die Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe lernen die Kinder und Jugendlichen nach und nach Zeltbau- und Lagertechniken. Neben den regulären Gruppenstunden brechen die Heranwachsenden auch zu größeren gemeinsamen Unternehmungen auf, die ihrer Altersstufe entsprechen: zum Beispiel zu einer eigenen Fahrt über das Wochenende oder zur Teilnahme an einem größeren Zeltlager.

Die Gruppenleitung betreut die Gruppe – tritt mit der Zeit jedoch immer mehr in den Hintergrund. In der Ranger- und Roverstufe (16 – 20 Jahre) wählen die Jugendlichen schließlich eine Sprecherin oder einen Sprecher aus ihrer eigenen Runde und werden von einer Mentorin oder einem Mentoren ihres Stammes nur noch begleitet.

Lagertor VCP Bundeslager 2017

 

Weltweite Gemeinschaft

1907 ist das Geburtsjahr von Pfadfinden: Im August lud der britische General Robert Baden-Powell rund 20 Jungen aus unterschiedlichen sozialen Schichten zu einem Zeltlager auf die englische Insel Brownsea Island ein. Er erprobte sozusagen eine Idee, die er im Zweiten Burenkrieg entwickelt hatte…

Zwei Weltverbände

Die nationalen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände haben sich in zwei Weltverbänden zusammengeschlossen:

  • World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS)
  • World Organization of the Scout Movement (WOSM)


Der VCP ist in beiden Verbänden anerkanntes Mitglied. Durch das Tragen unserer Tracht (graue Bluse oder graues Hemd) und das Halstuch (dunkelblau mit einem farbigen Streifen) zeigen wir VCPerinnen und VCPer, dass wir zu unserem Verband und damit auch zu einer großen weltweiten Gemeinschaft gehören. Die Farben der Blusen, Hemden und Halstücher mag variieren, doch Pfadfinderinnen und Pfadfinder verfolgen weltweit die gleichen Ideen und Ziele.

Internationalität – unser Lebenselixier

Internationalität ist sozusagen das Lebenselixier von Pfadfinden. Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen sind uns besonders wichtig: sei es bei Treffen mit unserer Partnergruppen, auf den Weltpfadfindertreffen (World Scout Jamboree) alle vier Jahre oder in grenzübergreifenden Arbeitsgruppen.

VCP Bundeslager 2017 / Lagereröffnung

 

Die kleine Gruppe

Eine der Grundlagen von Pfadfinden weltweit ist die kleine Gruppe.

Während unsere Gruppen in der Kinderstufe (7 – 10 Jahre) noch recht groß sind – bis zu 20 Kinder und zwei Gruppenleitungen – wird mit dem Wechsel in die Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe auch die Gruppengröße verändert. Nun betreuen zwei (häufig junge) Gruppenleitungen 5 – 12 gleichaltrige Kinder oder Jugendliche.


Viele Gruppen im VCP sind koedukativ (gemischtgeschlechtlich) und werden von einer Gruppenleiterin und einem Gruppenleiter betreut; abhängig von der Altersstufe, aber auch der Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich vor Ort für das Pfadfinden und unseren Verband interessieren, gibt es auch reine Mädchen- und reine Jungengruppen.

 

Pfadfinden in Deutschland

Der VCP ist Mitglied im Ring deutscher Pfadfinderverbände (RdP) und im Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände (RDP). Gemeinsam mit BdP, DPSG und PSG zählt der VCP somit zu den von der Weltebene anerkannten deutschen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbänden:

  • Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) – der konfessionell nicht gebundene Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverband
  • Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) – der Verband der katholischen Pfadfinder
  • Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG) – der Verband der katholischen Pfadfinderinnen

Nationale Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände, die von den beiden Weltverbänden WAGGGS und WOSM anerkannt werden, erfüllen u. a. folgende Kriterien: Sie haben eine demokratische Struktur, sind international ausgerichtet, erziehen zu Offenheit und Toleranz gegenüber allen Menschen, haben ein Pfadfinder(innen)versprechen, arbeiten in Kleingruppen von Gleichaltrigen nach dem Prinzip „learning by doing“ und engagieren sich gesellschaftlich, dabei allerdings parteipolitisch ungebunden.

Blick vom Tegelberg Schwangau

 

Mehr als Abenteuer!

Pfadfinderinnen und Pfadfinder wollen wie alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene auch Spaß haben, Abenteuer erleben, viel sehen und erfahren – vor Ort und in der ganzen Welt. Wir wollen abseits der ausgetretenen Pfade gehen und Neuland entdecken – aber im Einklang mit unseren Gastgebern und im verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur.

VCP Landeslager 2016 Schwangau (Bild: Landeslager e.V.)

 

Das "C" im VCP

Unser Verband ist der größte evangelische Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverband Deutschlands. Wir leben evangelisches Pfadfinden – ganz selbstverständlich. Die meisten unserer Gruppen haben ihre Heimat in einer Kirchengemeinde, wo ihre Räume im Gemeindehaus zu finden sind und sie das Gemeindeleben aktiv mitgestalten. Der VCP ist außerdem Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend (aej) und leistet mit all seinen Aktivitäten evangelische Jugendarbeit.

Glaube als Lebensorientierung

Wir orientieren uns am Evangelium von Jesus Christus: in unserem Handeln und in unserem Umgang mit anderen Menschen. Dass Jugendliche und Erwachsene anderer Konfessions- oder Glaubensrichtungen Mitglieder unserer Gemeinschaft sind, ist Teil unseres Selbstverständnisses.

Das „C“ leben

In diesem christlichen Sinn zu handeln, ist wesentlicher Aspekt unserer Arbeit im VCP. Der Leitspruch aller Pfadfinderinnen und Pfadfinder – „Versucht, die Welt in bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.“ (Robert Baden-Powell) – und die sprichwörtliche „gute Tat“ haben darin ihre Wurzel. Neben den ganz selbstverständlichen Aktivitäten in den Kirchengemeinden, den Lagergottesdiensten, dem Singen oder dem Gebet vor und nach dem gemeinsamen Essen etc. engagieren sich VCPerinnen und VCPer auch regelmäßig bei zwei großen Aktionen:

  • als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Ökumenischen Kirchentag
  • bei der Verteilung des Friedenslicht aus Bethlehem
VCP Landeslager 2016

 

Der Rückhalt der eigenen Gruppe

In ihrer Gruppe erfahren die Kinder und Jugendlichen Sicherheit, Rückhalt und Geborgenheit; das Gruppenleben erfordert aber auch Toleranz und Rücksichtnahme. Die Mitglieder erkennen schnell, dass das Gelingen von gemeinsamen Aktionen von jeder und jedem Einzelnen abhängt. Wenn Ideen diskutiert und eine Entscheidung getroffen werden muss, lernen die Heranwachsenden, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten, aber auch andere Meinungen zu akzeptieren. Darüber hinaus spornt die Gruppe zu Mut und Kreativität an und unterstützt jedes Mitglied dabei, sich zu einer eigenständigen, verantwortungsbewussten Persönlichkeit zu entwickeln, die ihre Fähigkeiten und Talente kennt und einbringt.

So lernen Pfadfinderinnen und Pfadfinder im VCP schon früh soziales Verhalten, Selbstbewusstsein, Toleranz und damit Demokratiefähigkeit.

 

Werte vermitteln

In unserem Verband ist Glaube erlebbar und wird von den Mitgliedern ganz selbstverständlich gelebt. Evangelisches Pfadfinden bedeutet für uns, in unseren Gruppenstunden Werte wie Einfühlungsvermögen, Gerechtigkeit, Rücksichtnahme, Solidarität und Toleranz zu vermitteln. Viele unserer Gruppen engagieren sich – teils weit über ihre eigenen Aktivitäten hinaus – tatkräftig in ihren Kirchengemeinden und Wohnorten. Gemeinschaft bedeutet für uns, uns unseren Nächsten zuzuwenden, uns für benachteiligte Menschen einzusetzen und sie zu uns einzuladen. VCPerinnen und VCPer übernehmen Verantwortung nicht nur in ihrer Gruppe, sondern auch in der Gesellschaft, in der sie leben.

Die Achtung und Bewahrung der Schöpfung, der Schutz von Natur und Umwelt sind Grundlagen und Ziele unseres Verbands. Dazu zählt nicht nur, dass ein Platz nach dem Zeltlager sauber hinterlassen oder eine Müllsammelaktion initiiert wird. Spätestens seit dem VCP-Bundeslager 2010 hat das Thema Nachhaltigkeit einen festen Platz in der Arbeit der Gruppen und Gremien des Verbandes. Nachhaltig Handeln und Leben bedeutet für uns zum Beispiel, bewusst mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen und uns darüber zu informieren, woher unsere Lebensmittel kommen und wie die Menschen leben, die sie produzieren.

Internationalität ist die Basis von Pfadfinden. Als größte nicht-staatliche Jugendbewegung der Welt setzen wir uns gewaltfrei für die Völkerverständigung und den Frieden ein. In unserem Verband vermitteln wir Kindern und Jugendlichen Offenheit gegenüber allen Menschen und fördern die Neugier, andere Länder und Kulturen zu entdecken und kennenzulernen: sei es durch die Vermittlung von ausländischen Partnergruppen, die Teilnahme an internationalen Veranstaltungen und Zeltlagern oder die Verteilung des Friedenslicht.